Die Insel
Hat man erstmal den Rügendamm oder die neue Strelasund - Querung hinter sich gelassen, fühlt man sich angekommen auf der Insel. Die Landschaft rechts und links der B96 zeigt sich erst einmal etwas
unspektakulär oder eigentlich eher langweilig. Dieses Bild hält sich bis kurz vor Bergen. Biegt man vorher schon ab, taucht man sofort in die schöne Landschaft ein. Ab Bergen in Richtung Jasmund wird
die Strecke schon abwechslungsreicher. Hügel, weite Ausblicke auf Felder und erste Waldgebiete lassen erstes Urlaubsfeeling aufkommen.
Die Küstenregionen Rügens haben die größte Anziehungskraft. Im Wechsel mit langen weißen Sandstränden, zerklüftete Kreideküste mit Donnerkeilen, Feuersteinen und Hühnergöttern, viele Wälder, Rügen
bietet für jeden Urlauber etwas: ob Bade- und Sonnenhungrige sowie Wanderer, Erholungssuchende und Wissensdurstige gleichermaßen.
Weil Rügen eine sehr empfindliche und einzigartige Naturlandschaft besitzt, verfügt die Insel gleich über zwei Nationalparks, dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und dem Nationalpark
Jasmund, dessen Fundament die 60 Millionen Jahre alte Rügener Heilkreide bildet. Oft bezeichnet man den Jasmund als windgepeitschte Schöne und die Stubnitz als Zauberwald auf imposanten
Kreidefelsen.
Der Nationalpark Jasmund ist mit seinen 3000 ha Deutschlands kleinster Nationalpark, besitzt allein 603 ha Ostseeküste, 40 ha Moorland und den 2000 ha großen Wald Stubnitz und ist nahezu autofrei.
Ebenfalls befindet sich auf dem Jasmund die höchste Erhebung Rügens, der Piekberg mit 161m. Der Hochuferweg von Sassnitz nach Lohme führt vorbei an den Wissower Klinken, dem vielzitierten
Königsstuhl, der Victoriasicht und dem informationsreichen Besucherzentrum des Nationalparks.
Im Anschluss an der schmalen Nehrung Schaabe und dem Bug, umflossen vom Breeger, Breetzer Bodden, dem Wiecker Bodden, der Tromper Wieck und der Ostsee befindet sich im äußersten Norden Rügens die
Halbinsel Wittow, dessen nördlichster Punkt wiederum der Gellort wenige Meter Nördlich von Kap Arkona ist.
Zwischen den beiden mondänen Ostseebädern Binz und Sellin erhebt sich eines der größten geschlossenen Waldreviere Rügens, an deren Spitzen die Türme des Jagdschlosses hinausschauen. Die Granitz
umfasst eine Gesamtfläche von über 1000 ha und gehört zu den begehrten Ausflugszielen auf Rügen. Allein der Wald spendet im Sommer einen angenehm kühlen Schatten. Die Steigungen in der hügeligen
Landschaft sind von geringer Bedeutung. So kann ein Jedermann die Wanderung unter urigen Buchen und Kastanien genießen.
Ob man vom Parkplatz in Binz, zu Fuß von Lancken –Granitz, den Wald durchwandert oder den „Rasenden Roland“ wählt, zum Schloss der Fürstenfamilie Malte zu Putbus geht es langsam und stetig den
Tempelberg hinauf bis auf 107 m. Es ist die höchste Erhebung im Biosphärenreservat Südost-Rügen.
Schafe weiden auf den Wiesen der Halbinsel Mönchgut. Schon der Name verrät, dass es über bewahrte Traditionen Ruhe ausstrahlt.
Es ist eben eine schöne Insel, wenn nicht sogar die schönste Deutschlands – auf jeden Fall die größte.



