Die Rüganer und andere
Einfach menschlich
Man nennt sie Rüganer, Rügener oder gar sture Fischköppe. Es sind Menschen die auf der Insel Rügen leben und man Rüganer nennen sollte. Die „Ur-Rüganer“ sind fest mit ihrer Insel verwurzelt. Ihrer
Charakterstärke ist es zu verdanken, den steigenden Ansprüchen der Gäste stets gerecht, teilweise sogar uneigennützig gerecht zu werden.
Rau und wenig redselig, mal aufbrausend, meist aber friedlich und gelassen ist er.
Der „Ur-Rüganer“ ist, da er wenig redet, ein guter Zuhörer und wenn er redet überrascht er oft mit seiner Welt - Erfahrenheit. Er ist warmherzig, naturverbunden und hilfsbereit, aber stets wachsam,
in Erwartung auf das, was da noch kommen mag.
In einem Forum gab es vor einiger Zeit eine Diskussionsrunde zum Thema „Abzocke auf Rügen“. Dort wurde auf die Rüganer gewettert, dass sie nur auf die Touristen warten um sie abzuzocken und aus
zunehmen wie Weihnachtsgänse, usw.
Nüchtern betrachtet warten viele Rüganer tatsächlich auf Urlauber, denn sie leben zumeist hauptsächlich vom Tourismus auf der Insel!
Autofahrer auf der Insel:
Im Grunde ist es hier auch nicht viel anders wie im übrigen Deutschland. Es gibt 3 Kategorien von Fahrern auf Rügen(egal ob Rüganer oder Touristen)
1. Der kriechende Fahrer. Schon von weitem leicht erkennbar an der langen Autokolonne die er hinter sich her zieht, ein Überholen auf den Strassen Rügens ist mitunter kaum möglich. Das liegt teils
an der bergigen und kurvenreichen Straßenführung, zum Teil aber auch am erhöhten Verkehrsaufkommen. Diese Fahrzeugführer haben starke Nerven, unbeirrt behalten sie unverändert die Geschwindigkeit
ihres KFZ bei. An der "Nordischen Gelassenheit" kann es eigentlich nicht liegen, denn es gibt ja auch noch die anderen Fahrer. Ob es nun Sturheit, Langeweile oder der Gedanke an die "störenden
Touristen" ist, nichts Genaues weiß man nicht.
Ein Rüganer erklärte mir mal, das solche Fahrer einen Hut auf haben. Ich habe diese Fahrer mal unter die Lupe genommen. Und tatsächlich: 95% von ihnen tragen einen Hut!
2. Der „normale“ Fahrer. Bei ihm sind keine Auffälligkeiten zu bemerken. Vermutlich fällt er aber gerade deshalb so sehr auf. Brav hält er sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten, plus/minus 5 km/h - maximal. Er verhält sich rücksichtsvoll und aufmerksam den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber (Streng nach § 1 der STVO). Parkt nur an den erlaubten Stellen oder auf den ausgewiesenen Parkplätzen. Und das aber auch sehr ordentlich, schön gerade und nicht zu dicht an den anderen Fahrzeugen oder gar schräg in der Parklücke!
3. Der Raser. Ein kurzer Blick in die Runde, nichts Bemerkenswertes zu sehen. Plötzlich grelles Scheinwerferlicht und schon ist er vorbei. Dann das Erstaunen: Wo kam der denn so schnell her? Nun ja, ob er es eilig hatte, einfach nur gerne rasant fährt oder aber den anderen Fahrern beweisen will: Ich bin der Schnellste, wir werden es im Einzelfahl wohl nie erfahren. Obwohl wir ihn ja eigentlich am nächsten Stauende befragen könnten, denn es gibt ja noch die Fahrer der Kategorie 1.
Jedenfalls wage ich zu behaupten: Die Lebenserwartung der rasant fahrenden Verkehrsteilnehmer liegt unter der der anderen, was auch zahlreiche Kreuze auf den Straßen Deutschlands belegen.
Fazit: Großen Dank an die Fahrer der Kategorie 1! Sie ermöglichen in vielen Fällen das überleben der Fahrer der Kategorie 3! Die Fahrer der Kategorie 2 werden weiterhin die stillen Beobachter des Kampfes um die Rangordnung im Straßenverkehr bleiben, auch wenn ab und an mal ein kurzes Stirnrunzel, über die Fahrweise der anderen beiden Kategorien, sein sonst so heiles Kraftfahrerleben trübt.



