Die Touristen
Auch hier gibt es mehrere Kategorien, diese exakt in Gruppen zu Gliedern ist aber aussichtslos. Zu groß ist hier die Vermischung der einzelnen Handlungs- und Denkweisen.
Da gibt es Touristen die sich zum einen über die Parkgebühren, Kurtaxe oder über die Eintrittspreise beschweren. Zum anderen beschweren sie sich über die schlechte Infrastruktur, sprich teilweise
schlechte Straßen, unsanierte Gebäude, unzureichende Angebote für Urlauber usw. Liebe Leute: wie soll das alles so schnell finanziert werden? Die bereitgestellten Fördergelder stellen nur einen
Anreiz dar, der Rest muss aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Der Landkreis Rügen und seine Kommunen beginnen halt da wo es am dringendsten ist und nicht da wo der Tourist es gerne möchte.
Weiterhin muss auch die Natürlichkeit der Insel erhalten bleiben, mit all seinen Schönheiten. Gerade das ist doch der Punkt, warum so viele Rügen lieben gelernt haben und immer wieder kommen.
Dann gibt es die braven Touristen, die ordentlich alle Sehenswürdigkeiten der Insel, streng nach Plan, abarbeiten. Lustig sind teilweise auch ihre Erklärungen.
An den Leuchttürmen vom Kap Arkona habe ich gehört: „Hier sind wir nun an dem nördlichsten Punkt Deutschlands.“ Nun, der nördlichste Punkt Deutschlands ist nun wahrlich nicht auf Rügen, sondern auf
Sylt. Genau genommen: selbst der nördlichste Punkt Rügens sind nicht die Leuchttürme Kap Arkona´s, sondern ca. 600 m weiter nördlich am Gellort.
Sie sind es auch, die die Souvenirläden regelmäßig „plündern“ für die daheim gebliebenen und so den zum Teil in diesen Läden recht ausverschämten Preisen Vorschub leisten. Wenn sie mal von den
ausgetretenen Wegen abweichen würden, könnten sie zum einen die wahre Schönheit der Insel kennenlernen und zum anderen würden sie Regionale Produkte zu einem angemessenen Preis vorfinden.
Die Touristen, die die Touristischen Attraktionen nur streifen und weiter in die Landschaft eintauchen, sehen am meisten von der Landschaftlichen Schönheit der Insel. Sie sind es auch, die ihren
unterwegs produzierten Abfall mitnehmen und nicht einfach fallen lassen wo sie gerade sind. Leider kann man immer wieder Zeugnisse solcher Untaten sehen. Erkennbar sind sie daran, dass sie nur wenn
es sein muss, auf das Auto zurückgreifen. Sie sind zumeist per Pedes oder mit dem Rad unterwegs.
Damit kommen wir zu den Radtouristen. Die meisten sind unauffällig und man nimmt sie irgendwie nie richtig wahr, es sei denn sie behindern den Verkehr aus der Sicht des Autofahrers. Unschön wird es
so richtig, wenn sie außerhalb der ausgeschilderten Radwege durch die unter Naturschutz gestellten Gegenden radeln.
So gesehen im Herbst 2008 auf dem Hochuferweg zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl. Da hielten es tatsächlich zwei Hardcore-Radler für nötig, diesen wunderschönen Weg mit ihren Mounten Bikes zu
belasten. Sie waren übrigens gekleidet wie Papageien, es tat schon in den Augen weh – der Magen rebellierte, kurzum sie wollten nicht so richtig in die Landschaft passen.
Wenn man diese Strecke kennt, wird einem schnell deutlich das dieser Weg für Wanderer angelegt wurde. Spätestens am Kieler Bach mit seinen unzähligen Treppenstufen müsste jedem noch so
eingefleischtem Radwanderer klar werden: Hier habe ich mit dem Rad nichts zu suchen. Aber auch auf den „normalen“ Wegen wird schnell alles mit den Reifen zerfahren.
Also ihr lieben Radfahrer: Bitte vorher informieren wo man lang fahren kann bzw. darf!



